Eurythmie

Dienstag, 17. Juli 2012

Eurythmieabschluss 2012

Eurythmie Sommerabschluss des 4. Jahres 2012
14.07.2012 um 17:00 Uhr
Mitwirkung des 3. Jahres durch Gaby



Was im Programmheft stand:
Eurythmieaufführung zum Abschlussexamen

Programmfolge
Erster und zweiter Satz aus der Sturmsonate op.31, Nr. 2 d-moll von Ludwig van Beethoven

Gefunden - Johann W. von Goethe

Andante aus der ersten Klaviersonate in C-Dur
nach einem Minnelied "Verstohlen geht der Mond auf"
Johannes Brahms

Vernichtung oder Verjüngung von Robert Hamerling

Sarabande cis-Moll von Claude Debussy

Gedicht Wind der Zeit von Heinz Schimmel

Nr. 1 und 2 aus vier Trauergesängen Bela Bartok

Gedicht "Und Metatron" von Nelly Sachs

Pinguine von Joachim Ringelnatz

Uns wurde am Ende überreicht, nachdem wir eine kleine Dankperfomance vollführten:



An einem großen Kuschelpinguin waren goldene Eurythmieschuhe gebunden, die uns verliehen wurden mit dieser Glückwunschkarte.

Das Theater war voller Besucher, die Stimmung war gut, trotz verzögertem Anfang und etwas schlechter Luft, wg der vielen Menschen und der Lob danach war groß. Die Pinguine am Schluss kamen besonders gut an, da sie für Spaß und Erheiterung am krönenden Abschluss sorgten.

Sonntag, 1. Juli 2012

Abschlusstreffen 2012

Abschlusstreffen der Eurythmieschulen Juni 2012
24-29.07.2012 in Dornach

Zurück aus Dornach, erfüllt und bereichert von interessanten schönen Eindrücken verschiedenster Eurythmiedarbietungen aus aller Herren Länder, natürlich auch wieder von der wunderschönen Umgebung Dornach – Arlesheim, dem beeindruckenden Goetheanum und auch vor allen Dingen den liebenswerten neuen Kontakten in die Welt zu den neuen Kollegen, auch nicht zu vergessen die gemeinsame Eurythmie mit Werner Barfod zum Thema: Philia, Astrid, Luna, Luzifer und Ahriman.

Die erste Zeit, die ersten Stunden, ersten zwei Tage waren zunächst erfüllt davon sich zurecht zu finden, die Aufführungskleider zu bügeln, für die Aufführung zu proben und zu üben, Organisation von Probenzeiten und Räumen, sodass ich die anderen Euryhtmieschulen nur am Rand wahrnehmen konnte. Es gab am Anreisetag Sonntag ein geselliges Miteinander, an dem nur eine kleine Gruppe teilnehmender Schulen anwesend war, und auch ich zugeben muss dieses nur von weitem wahrgenommen habe, etwas hin und hergerissen von dem Wunsch dabei zu sein und auch meinem Kurs in die Kostüm- und Kleiderkammern hinter der Bühne zu folgen, um unsere Kleider zurecht zu machen.

Wir wollten/sollten alle Zeit nutzen die möglich war, um noch am Programm und unserer Bewegung zu arbeiten, sicherer und geschmeidiger zu werden. Es war schwül und warm, jedes Mal nach der Übung waren wir klitschnass geschwitzt. Montagvormittag war unsere Generalprobe, Montagabend unsere Aufführung, Dienstag waren die Wochensprüche an der Reihe, die wir gemeinsam mit allen Schulen zeigten – ein ganz besonderes Erlebnis und gerade für uns bedeutete es, das wir aber nach der Aufführung der Wochensprüche die Zeit und die Aufführungen der Anderen genießen konnten.

Die Tage waren so erfüllt mit Eurythmiedarbietungen der verschiedenen Schulen, so intensiv und geballt habe ich die Eurythmie noch nicht wahrnehmen können. Zu sehen, dass wir alle gleiche Grundlagen und Bewegungen lernen, aber auch kleine feine Unterschiede kennen zu lernen, ergab sich eine Fülle neuer Möglichkeiten. Es gab eine sehr schöne Ansprache bzw. eigentlich mehrere von Margarete Solstad, der Sektionsleiterin, die darauf hinwies, dass es für uns eine einzigartige Gelegenheit bedeutet uns gegenseitig wahrzunehmen und vor allem auch die Besonderheit eine Reihe von Wochensprüchen zu erleben rund um den Jahresverlauf, nacheinander mit 23 kleinen Darbietungen hintereinander und in einer Aufführung zu sehen.

Ich war eine von dreien, die ganz am Schluss den 52. Wochenspruch darstellten und eurythmisch zeigten. Wir haben einen besonderen Fokus auf die Darstellung der Farben, die im Schleiher deutlich wurden bzw. Schleiherfarbe sichtbar, gelegt. Das meine Kurskameradin in blau, umhüllend runde Gesten mit abgerundeten Händen und Handflächen eher nach unten zeigend, die Kameradin in Grün eine Fläche zeigte mit möglichst oft geraden Armen, immer um sich herum und mittig und ich als Darstellung der orangenen Farbe, flammend aufsteigend, kräftig bewegend, Handflächen nach vorn (eine Steigerung wäre das wildere Rot) meine Gesten gestaltete. Die Ansichten darüber, wie zu jeder Eurythmiedarbietung, waren sehr verschieden auch die Ausführung der Schulen dazu. Alle Kleider waren weiß und nur die Schleiher der verschiedenen Mitwirkenden waren in der jeweiligen Farbe. Es sei ein Farbenzusammenspiel, wie in der abstrakten Kunst, wie eine Musikkomposition haben wir dazu gelernt. Einige waren erfreut die Farben erkennen zu können, die ein oder andere Gegenstimme war aber auch davon überzeugt, die Farben hätten bei der Darstellung der Wochensprüche gar nichts zu suchen. Das schönste aber dabei und was mir am besten gefallen hat, war die Stimmung dabei. Es war so erhebend und harmonisch zusammen hinter geschlossenen Vorhang einen gemeinsamen Anfang und Ende zu haben und von Frau Solstad angespornt und motiviert zu werden. Da war das Gefühl einer Gemeinschaft spürbar.

Die einzelnen Aufführungen die jeden Tag von den verschiedenen Schulen zu sehen waren, kann ich gar nicht beschreiben. (So vielfältig und zahlreich waren die Eindrücke) Ich möchte es nur eine gute Möglichkeit nennen und eine interessante Erfahrung einander wahrzunehmen und die Vielfalt kennen zu lernen, was Eurythmie eigentlich bieten kann. Die Dozenten seien weniger frei gewesen als Zuschauer urteilslos die Darbietungen über sich ergehen zu lassen als die Studenten untereinander, so beschrieb es als Beobachtung der Leiter einer amerikanischen Schule, der als Gast ohne Abschlussstudenten teilnahm.

Die nächste Möglichkeit einander wahrzunehmen und miteinander zu agieren, war die Eurythmie bei Werner Barfod ab Dienstagmorgen bis Freitag von 9:00 bis 11:00 Uhr. In der Schreinerei in einem großen Saal, der auf mich wie das Innere der Arche Noah wirkte, da wir ja auch als Vertreter der Eurythmie aus verschiedensten Ländern kamen, haben wir uns in großer Runde (obgleich auch nur ein kleiner Teil der Schulen teilnahm) über Grundlagen den Wesenhaften Darstellungen der Seelenkräfte und den Widersachermächten genähert. In einer Gesprächsrunde hinterher haben wir uns theoretisch mit dem Thema auseinander gesetzt und auch über ihre Aktualität und Bedeutung für uns gesprochen. Gerade dadurch, das wir als Individualitäten mit unserem Ich, unser Wollen, Fühlen und Denken nicht im Griff haben, entstehen die Krankheiten unserer Zeit und die beiden Widersacher können nur darüber lachen, da sie dadurch einen besonderen Zugang und Kontrolle über uns ergreifen können.

Diese Zusammenkünfte wurden mit einem Plenum am Freitagmittag abgeschlossen, worin jeder noch einem die Chance bekam, Rückblick auf die Veranstaltung zu halten und auch Wünsche zu äußern für künftige Treffen. Mein Bedauern am ersten Tag die gesellige Runde verpasst zu haben teilten mehrere bzw wurde nicht von mir geäußert sondern von anderen angesprochen und auch das diese Möglichkeit der Begegnung von vielen Schulen nicht wichtig genommen wurde. Der Wunsch kam auf, das der Kontakt unter den Studenten der verschiedenen Schulen gefördert werden könnte, durch eine Pinnwand mit Vorstellung aller Teilnehmenden, sowie Aufruf zur gemeinsamen Arbeit oder Freizeitgestaltung. Ein Briefkasten wurde angefragt, der vor dem Aufführungsraum aufgestellt, für Fragen, Anregungen oder Glückwünsche an die Schulen und Lehrer gestellt werden könnten. Bei dem Plenum waren Frau Koskinen, die sich besonders um die Organisation rund um die Veranstaltung kümmerte, Frau Solstad, Herr Barfod, einige Studenten und auch Dozenten, mit und ohne Abschlusskurs, anwesend. Der Wunsch gemeinsam und zueinander über die Welt Kontakt zu haben wurde von vielen Seiten bestätigt. Viele Schulen gibt es, die auf riesiger Fläche allein mit dieser Kunst sind und sich darum wünschen, die Verbindung länderübergreifend zu halten bzw aufzubauen. Frau Koskinen wies besonders auf den Rundbrief der Sektion hin, worin Adressen und Aktivitäten aller Schulen zu finden sind. Sie bedauerte, dass diese Möglichkeit noch zu wenig genutzt würde und der Rundbrief nicht wahrgenommen oder als Verbindungorgan wichtig genommen würde. Jan Ranck aus Jerusalem leistete unermüdlich Übersetzungsarbeit um die Sprachbarrieren zu überbrücken. Auch David-Michael Monasch aus Amerika half dabei aus und wies im Plenum darauf hin bzw forderte alle noch einmal dazu auf sich gegenseitig und untereinander anzunehmen und zu fördern, da die Eurythmie immer noch auch nach hundert Jahren am Anfang stehe und wir nicht „Nein, aber….“ Sondern „Ja Und…“ Zueinander sagen sollten und uns mit Motivation begegnen sollten als Kollegen und Geschwister. Gerade aus diesem Grund habe auch Margarete Solstad seit ein paar Jahren darum gekämpft den Ausdruck „Olympiade“ für diese Veranstaltung auszumerzen, weil wir uns nicht als Konkurrenten begegnen wollen oder gar den Besten dabei auserkoren werden könne. Dazu sind auch die Ansichten oder Urteile viel zu verschieden.

Ich hoffe und freue mich darauf den Kontakt zu Eurythmiekollegen in den anderen Ländern aufzubauen und halten zu können. Als ich in die verschiedensten Gesichter blickte und die Menschen kennenlernte hatte ich den intensiven Eindruck und das Gefühl, der Zueinandergehörigkeit und alter Bekanntschaft. Karmisch so aufeinander zu treffen hat eine große Bedeutung, wir haben vielleicht eine gemeinsame Vergangenheit, die uns nun wieder zueinander geführt hat! Wir gehörten vielleicht in einem anderen Leben schon einmal zu einer Gruppe, Gemeinschaft enger beisammen und haben uns nun in die entfernten Länder inkarniert, um nun wiederum wieder zueinander zu finden?!

Samstag, 23. Juni 2012

Eurythmieolympiade

Nur noch eine knappe Nacht vor der Reise in die Schweiz. Morgen früh um kurz nach halb Acht in der Früh geht es ab Hannover zusammen mit meinen Kolleginnen mit dem Zug nach Basel bzw Dornach-Arlesheim zur Eurythmieolympiade oder eigentlich eine Art Abschlusstreffen aller Studenten des 4. Ausbildungsjahres aller Eurythmieschulen der Welt.

Mein Koffer ist gepackt, meine riesige Lunchtüte auch (für eine Woche Proviant, Schweiz ist teuer ;-) ) Habe ich alles eingepackt, auch nichts vergessen: Fahrkarte, Geld, Klamotten alles für unsere Auftritte?! Ich habe mich das in den letzten Stunden mehrmals gefragt. Die Nervosität steigt, ein wenig Bammel habe ich schon.

Das Hintergrundbild meines Computer zeigt das Goetheanum und jedes Mal beim herunterfahren spreche ich: Bis bald Goetheanum, bis ganz bald! Morgen stehe ich mit mehreren hundert anderen Studenten davor und das Lampenfieber wird steigen...
goetheanumpfingsten2010klein
Montag Vormittag Generalprobe, Montag Abend unsere halbstündige Perfomance. Wir sind 6 Studentinnen und eine Schule, die sich ab dieser Anzahl anmeldet darf für 30 Minuten auf die Bühne. Wir zeigen Debussy mit Sarabande, Wind der Zeit von Heinz Schimmel, Bartok 1. der Four Nanies, Metatron von Nelly Sachs und eine groteske Homoreske Pinguine von Ringelnatz...

Vorletzte Woche in der Martinsschule haben wir ganz gute Leistung gezeigt bei unserer Feuerprobe, die Woche danach Dienstag war eher schlecht - wofür es eine Stunde lang Standpauke gab und die Premisse eher doch nicht nach Dornach zu fahren, dann aber der nächste Auftritt und dieser war dann doch wohl ganz schön?! Unser Direktor mind. ebenso nervös und unter Druck, gestresst und genervt von seinen sturen und trotteligen Studenten, die einfach nicht das tun, was er ihnen sagt?! Streitfaktor auf 100 Prozent. Stimmungstief gleich unterhalb des Kellers. Was soll er nur mit uns machen, damit wir endlich lernen mit Herz bei der Sache zu sein und Liebe zur Sache, zur Eurythmie entwickeln. Zum Schluss hieß es dann doch, denkt dran ihr braucht euch nicht verstecken und solltet selbstbewusst unsere Sache vertreten, genauso wie ihr es hier gelernt habt. Ihr werdet nicht nur Lob bekommen auch Kritik, aber das sei gut so. Wir können dahinter stehen was wir tun - Ach so? Jetzt doch?

Nun gut - Auf in den Kampf ;-) Kleiner Scherz!
Los geht es in ein kleines feines Abenteuer und ein Abschlusstreffen mit der Eurythmiewelt, lasst uns hoffentlich zusammen viel Spaß haben!

Irgendwie habe ich Angst...
Letzes Jahr noch wollte ich unbedingt mit unserem Mentor nach Dornach, jetzt würde ich am liebsten absagen?!
Doch jetzt heißt es nur noch Augen zu und durch!
Toi, Toi, Toi

Sonntag, 22. April 2012

Theorie und Praxis

Theorie und Praxis

Die Eurythmieausbildung ist zum größten Teil eine Praktische und besteht aus dem Erlernen der Bewegung, Gesten, Formen und deren Gesetze bzw. Prinzipien und die Grundlagen auf die es aufgebaut ist. Die grundlegenden Lehrbücher hierzu sind die Beschreibungen der ersten Eurythmistinnen, so zum Beispiel von Lory Maier Smith oder Lea van der Pals über die Entstehung der Eurythmie und die Ausführung. Auch werden als grundlegende Werke immer wieder die Kurse Rudolf Steiners herangezogen, der Toneurythmiekurs als sichtbarer Gesang und der Lauteurythmiekurs als sichtbare Sprache, die aber erst vom Studenten gelesen werden sollten, wenn die ersten Ausbildungsjahre und die darin beschriebenen Übungen praktisch erlebt und ausgeführt wurden. Die Erklärungen und Beschreibungen in diesem Kurs sind schwer verständlich für den Laien, da sie auch speziell vor EurythmistInnen gehalten wurden. Auch sind viele Umschreibungen im Zusammenhang mit Vorführungen gegeben worden, so dass diese Ergänzungen bedürfen, wie es wohl praktisch ausgesehen haben könnte.

Mit dieser Umschreibung sind nicht die zusätzlichen dazu gehörigen Fächer gemeint, wie Deutsch, Poetik, Sprachgestaltung, Waldorfpädagogik und Musiktheorie zu denen es unzählige Fach und Lehrbücher gibt und in denen auch in Wort und Schrift gearbeitet wird.

Im Eurythmieunterricht bekommt der Schüler die Raumformen, den Text und die Noten auf dem Papier. Die Gebärden, die pädagogischen Übungen, die Raumformen – alles Eurythmische und deren Grundlagen wird praktisch gezeigt, erklärt und sogleich umgesetzt und nachgeahmt, dies allerdings schriftlich festzuhalten und zu notieren, was gelernt wird, das obliegt dem Einzelnen und seiner Sorgfältigkeit. (Und dem Erinnerungsvermögen ;-))

Zu diesem Zwecke und zu meiner eigenen Hilfe, auch als Gedächnisstütze, vielleicht auch zur Anregung für Andere Neugierige ist unter anderem dieser Blog entstanden. Möge er gute Dienste leisten.

Es besteht keine Gewähr das die aufgegriffenen Themen vollständig ausgeschöpft sind und alles darüber geschrieben steht, was es zu wissen gibt.

Ich hatte geplant kleine Texte zu Eurythmiethemen zu verfassen, aber nach reichlicher Überlegung habe ich mich dagegen entschieden. Es wäre die Wiedergabe der Unterrichtsinhalte, die jeder Interessierte innerhalb der Eurythmieausbildung selbst und direkt vom Lehrer erleben sollte. Die Beschreibungen hier im Blog sind ja auch nur Anregungen sich mit der Eurythmie zu beschäftigen bzw. ein winzigen Einblick in die eurythmische Kunst zu geben aber ersetzen natürlich nicht den Unterricht oder Ausbildung. Es kann aber die Anregung sein, selbst eine Ausbildung zu beginnen oder sich im Laienkurs mit Eurythmie zu beschäftigen bzw. am eigenen Leib zur erleben und erfahren. Bewegung kann ja nur im eigenen Tun erlebt werden, besonders die Wirkung zu spüren - obgleich auch beim Zuschauen dieser Bühnenkunst schon etwas spürbar wirksam ist.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Studiumbericht

Eurythmiestudium
Eine Beschreibung


Was die Bewegungskunst, die schöne Bewegung, die sichtbare Sprache und Gesang im Detail ist, muss an anderer Stelle beschrieben werden, bzw. kann an manchen Stellen der Beschreibung durchklingen. Wäre aber ein großes weites Thema für sich, da es mehrere Gebiete umfasst, in die man während des Studiums einen Einblick gewinnt. (Die da wären: Unterricht, Bühnenkunst, Laienkurse für alt und jung, Eurythmie im Kindergarten, Schule, Altenheim oder als eine Art Betriebssport sogar in Unternehmen) Die Gesinnung und der Hintergrund ist die Anthroposophie, aus der sie heraus entstanden ist und entwickelt wurde von Marie und Rudolf Steiner, aber auch durch viele junge Damen die anfänglich dabei waren und daran mitgearbeitet haben. Unter anderem ist diese Erweiterung, Erneuerung vom Tempeltanz ausgegangen und wurde für die Bühnenkunst und Darstellung von den Mysteriendramen und Mysteriensprüchen entwickelt.

Zunächst geht es, wie in der Erlernung aller Künste, darum die Grundlagen und Elemente kennen zu lernen und zu beherrschen. Es ist wie in der Kaligrafie, der Schönschrift, für die – auch wenn man vielleicht schon schreiben kann, wieder anfängt Buchstaben zu zeichnen/ malen, so gehört es auch für die Eurythmie, der schönen Bewegung dazu, im Kleinen anzufangen und schreiten zu lernen, Rhythmen zu gehen bzw. gestalten – sei es im Takt der Musik oder im Versmaß eines Gedichtes. Auch nimmt man alle Laute und Töne durch und lernt die klassische Bewegung, Gestik, Gebärde dazu, um den Charakter zu erfassen im Einzelnen.

Theorie und Praxis

Einem Waldorfschüler wird vieles dann bekannt vorkommen, da er schon im Eurythmieunterricht seine ganze Schulzeit hindurch damit umgegangen ist, dennoch nicht viel mit den Bedeutungen und Hintergründen in Berührung kam. Im Unterricht in der Waldorfschule wird vordergründig auf die Umsetzung der Bewegungen geachtet und der praktische Umgang, so bekommt der Schüler zwar sporadisch Arbeitsmaterialien in den höheren Klassenstufen für Gedicht oder Notenblatt aber es ist kein Theorieunterricht. Ebenso auch im Eurythmiestudium, das was die Eurythmie betrifft, wird alles praktisch erarbeitet und vorgemacht aber die schriftliche Nacharbeitung obliegt dem Schüler/Studenten außerhalb der Stunden. Es gibt zwar auch Theorieunterricht, gerade auch was Musiktheorie, Poetik oder auch die Pädagogik betrifft und es werden auch in Gemeinschaft Rudolf Steiner Texte und Vorträge gelesen, aber Vordergründig geht es um die bewusste Ergreifung des Körpers/ des physischen Leibes.



Kleidung – das sogenannte Eurythmiekleid

Auf dem ersten Blick kann dies sonderbar erscheinen und das Bild einer religiösen Sekte bieten, da es etwas von Mönch, Nonne, Talar oder ähnlichem hat. Dabei wird vorrangig darauf Wert gelegt, dass die Bekleidung nicht die Bewegung behindert, fließend und leicht sein sollte. Das Eurythmiekleid hat einen einfachen Schnitt und dient nicht der modischen engen Körperbetonungen, sondern ist locker und gradlinig. Als Stoff wird Seide bevorzugt, weil diese locker und fließend fällt. Baumwolle wird auch genutzt, wirkt aber schnell starr und fest. Es gibt keinen wirklichen Handel für Eurythmiekleider und im Nähkurs während des Studiums näht sich jeder Student seine eigene Bekleidung. Häufiger ist es auch so, das abgehende StudentInnen ihre Kleider verkaufen, da kaum ein Eurythmielehrer in der Ausführung seines Berufes ein Kleid trägt. Für Männer, natürlich auch für Frauen, gibt es auch die Möglichkeit eines Zweiteilers aus langem lockeren Hemd und Hose, etwas weiter geschnitten. Im Studium wird aber auf das Kleid Wert gelegt. Zu dem Kleid gehört ab dem 2. Jahr der Schleiher, der für Frauen anders ans Kleid gesteckt wird wir für die Männer, haben aber beide optische Anklänge an die griechisch/ römischer Antike. (Wird an Armen und Schultern am Stoff des Kleides befestigt)

Studiumaufbau im Bezug zu den Wesensgliedern

Ohne nun den Lehrplan für die Eurythmieausbildung zu kennen, der als dickes Handbuch speziell für jede Schule existiert (Zumindest gibt es eins für das MeRz Theater Schule und Bühne für eurythmische Kunst von dem Leiter der Schule ausgearbeitet) kann ich durch wiederholte Hinweise durch die Lehrer berichten, das die Klassenstufen mit dem Aufbau der Wesensglieder aus der Anthroposophie zusammenhängen. Auch wenn Rudolf Steiner selbst kein Freund von schematischen Darstellungen war, hat er als Verständigungshilfe ab und zu einen Zusammenhang schematisch dargestellt, obgleich alles ineinander übergreift. So auch die Wesensglieder, die in der „Geheimwissenschaft im Umriss“ im Detail beschrieben sind. Ich kann hier nur andeuten, was alles erlernt wird, da sich eine unglaubliche Vielfalt während des Studiums auftut und danach noch weiter geht, denn wie es im Leben so ist, man lernt nie aus!

1. Jahr – physischer Leib
Es geht darum den Körper zu ergreifen und zwar mit vollem Bewusstsein, Bewegungsabläufe zu koordinieren Hände und Füße unabhängig voneinander, Bewusstsein zu haben von der Fußspitze bis in die Fingerspitzen, Raumorientierung anhand der Formen, Takt- und Rhythmusgefühl in Ton und Sprache. Es werden die ersten Formprinzipe kennen gelernt. Denn nur weil Schlaufen, Spiralen, Wellen oder Geraden so schön sind kommen sie womöglich auch noch willkürlich in einer Form zusammen?! Nein, dafür gibt es Gesetzmäßigkeiten! In der Reimform komme ich zum Beispiel an denselben Ort wenn der Reim vorkommt. Sich im Raum zurechtfinden und die Gebärden zu gestalten wird noch getrennt voneinander intensiv erlernt, der Übergang ist dann im höheren Jahrgang fließender – obgleich in der Einübung neuer Stücke auch erst getrennt wird und dann im Ergebnis zusammengefügt.
Zur Ergreifung der Körpergestalt gehören auch die Stabübungen aus dem Bereich der Pädagogischen Übungen. Diese werden im Schulunterricht im Alter der Körpergrenzenwahrnehmung in der Teenagerphase gern intensiv genutzt. (6./7. Klasse)
Stabübungen sind die 7-teilige, 8-teilige und 12-teilige, wobei in verschiedenem Ablauf der Stab zur Gestaltabmessung im weitesten Sinne genutzt wird: Zum Beispiel Schulterbreite oder Armlänge, dabei spielt die eigene Gestalt eine Rolle, Leichte und Schwere und bei vielen Übungen mit Stab Geschicklichkeit und Koordination. Wasserfall und Stabwurf und das Qui sind weiter Stabübungen. Mehr Erklärung dazu gebe ich im Bereich der Unterrichtsfächer.
Alle Grundlagen der Gestaltung von Vokalen, Konsonanten, Töne und Taktarten.

2. Jahr – ätherischer Leib
Am dem zweiten Jahr wird über das Eurythmiekleid ein Schleiher gesteckt, den es zu bewegen gilt und zwar als zusätzlicher Ausdruck der Gebärden und Stimmungen, für Vor- und Nachklänge. Er ist das materielle Hilfsmittel den ätherischen Leib sichtbar zu machen, der bei weitem nicht darauf beschränkt ist. Nun beginnt auch langsam die Feinarbeit und die Verbindung zwischen den Tönen (Intervalle) und Lauten, die Bewegungen kommen in Fluss.

3. Jahr – astralischer Leib
Mit dem Empfindungsleib, wird nun viel mit dem Seelischem Bereich gearbeitet, Seelengesten zum Beispiel. Auch werden Tierkreis und Planetengesten gelernt, wobei das auch je nach Plan im 4. Jahr stattfinden kann. Wo vorher noch alles in einer Gruppe geübt wurde, bekommt jeder Student nun auch Soloaufgaben und ein Sologedicht.
Ab dem 3. Jahr kann der Student an einem Theaterprojekt teilnehmen und eine Rolle übernehmen.

4. Jahr – Ich
Hier geht es um ein Selbstbewusstsein und eigenständige Arbeitsweise (ansatzweise auch schon im 3. Jahr), alles wird aufgearbeitet und beübt, was in den ersten drei Jahren angelegt wurde. Das 4. Jahr ist das Abschlussjahr, zu dem ein eigenes KursTheaterprojekt gehört und ein Diplom. Die Musikstücke werden größer und übergreifender. Die Darstellungen werden differenzierter vom Objektiven zur persönlichen Note.

Das 5. Jahr ist ein berufsbegleitendes Jahr, in dem der Student schon an einer Waldorfschule unterrichtet und an zwei Tagen in die Eurythmieschule kommt, zu ausgewählten Projekten. Das Diplom wird nach der Abgabe der schriftlichen Arbeit mit Abschluss des 4. oder 5. Jahres ausgehändigt. Nach dem 4. Jahr bekommt der Student eine vorläufige Unterrichtsberechtigung und nach Beendigung des 5. Jahres die volle Berechtigung.

Unterrichtsfächer

Hauptfächer
- Lauteurythmie (sichtbare Sprache)
- Toneurythmie (sichtbarer Gesang/ Musik sprich Ton)
- Pädagogische Übungen
- Pädagogik für den Eurythmieunterricht in den verschiedenen Jahrsiebten

Nebenfächer
- Musiktheorie
- Poetik
- Sprachgestaltung
- Chor
- Anthroposophie auch Gemeinschaftsstunde

Epochen (für eine kurze Zeit)
- Nähen
- Formen Zeichnen
- Theaterprojekte

Neben den Unterrichtsfächern gibt es für die Eurythmiefächer Übungsstunden, in denen die Aufgaben, Übungen, Projekte und Stücke beübt werden, so das die Korrekturen vom Lehrer umsetzbar werden und in der nächsten Unterrichtsstunde weiter daran gearbeitet werden kann und nicht sozusagen sprichwörtlich auf der Stelle getreten wird. Es ist nicht immer so vorbildlich umsetzbar und zu manchen Zeiten ist mehr Unterrichtsstoff als Übungszeit vorhanden.

Ausbildungsende

Die Eurythmieausbildung ist darauf ausgerichtet, dass der Student nach Vollendung des Studiums als Diplomeurythmist an einer Waldorfschule unterrichtet. Darum sind auch beide vierwöchige Pflichtpraktika in einer Waldorfschule vorgesehen. Die Praktika werden im 3. Ausbildungsjahr gemacht. Die Eurythmiegrundausbildung kann nach einer Praxiszeit zur Heileurythmie erweitert werden, dies bedarf aber einer Zusatzausbildung. Auch können Master- und Bachelorstudiengänge angeschlossen werden, die aber in ihrer Notwendigkeit umstritten sind. Auch gibt es eine Weiterbildungsmöglichkeit nach der Grundausbildung an einer Eurythmiebühne, wie die des Goetheanums. An kleineren Bühnen kann man gegebenenfalls auch nach Abschluss der 4-5 Jahre mitwirken.

Weitere Berufsbilder, die durch Weiterbildung interessant wären: Sprachgestalter, Theaterpädagoge, Waldorferzieher, Kostümbildner…
… selbst Priester der Christengemeinschaft haben in ihrer Ausbildung Eurythmie als Fach und wenn man dem „erneuerten Christentum“ und der Christengemeinschaft sehr zugetan ist, sowie eine religiöse Neigung hat, wäre auch eine Priesterweihe bzw. Ausbildung eine Option.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Diplom

Diplomarbeit

Zum Ende der Eurythmie Ausbildung im 4./5. Ausbildungsjahr gehört zum theoretischen Abschluss die Diplomarbeit. Der praktische Teil des Abschlusses besteht aus einem Bühnenprojekt. Über das Bühnenprojekt weiß ich bisher nur, das wir das Märchen „Frau Holle“ zeigen werden. Dies Märchen ist zwar noch nicht im Programm des Merz Theaters dieser Spielzeit aufgeführt, wird aber als Uraufführung bei unserem Diplomabschluss als krönender Abschluss gezeigt werden. Meine Rolle wird eine der beiden Marien sein und da meine Mitschülerin dunkelblond ist und ich zurzeit lilaschwarz, ist die Verteilung eindeutig und ich sehe geradezu aus wie eine Pech Marie. Aber dazu mehr, wenn es denn so weit ist.


Die Diplomarbeit sollte das Oberthema Eurythmie haben und dann eine spezielle Abhandlung zu einem gewählten Thema. In unserem Lehrerzimmer stehen ein paar Beispielexemplare zum Ausleihen von schon geschriebenen Diplomarbeiten. Sie soll circa 30 Seiten umfassen, wobei darauf Wert gelegt wird, das die Arbeit aus eigenen Texten besteht und wenige Zitate und Beispiele oder Bilder. Es ist wichtig, das die Grundlagen der Eurythmie beschrieben wird und so einem Laien zugänglich bzw. verständlich wäre.


Die Diplomarbeit wird mit dem Schuldirektor besprochen, das Konzept vorzeitig vorgelegt und abgesegnet. Die fertige Arbeit wird bei ihm abgegeben und er entscheidet, ob sie als solche angenommen wird und für das Diplom reicht. Er hat die Berechtigung von Dornach, das Diplom dazu auszuhändigen. Sollte die Diplomarbeit zum Diplomabschluss fertig werden, wird sie zur Einsicht ausgelegt werden. Es werden zwei Exemplare in der Schule hinterlegt – Das eine zum einmotten ;-) das Andere zum entleihen für neugierige Mitstudenten. Ich hatte erwartet, dass ein Exemplar auch nach Dornach gesandt wird, zwecks Sammelstelle oder auch übergeordnetes Interesse, aber jede Schule brodelt eigene Süppchen und behält die Diplomarbeiten für sich?!

Ich finde das sehr schade, da so die Leserschaft und Veröffentlichung sehr eingeschränkt ist, nur der Umkreis der Schule wird von den Diplomarbeiten erfahren, die dort geschrieben werden! Ist der Konkurrenzkampf und Neid zwischen den Eurythmie Schulen so groß, das es darüber keinen Austausch gibt?! Seit ein paar Jahren nähern sie sich nach langer Zeit wieder erst und dies muss sich wahrscheinlich erst ergeben?!


Themen einer Eurythmie Diplomarbeit

Je mehr Arbeiten existieren umso spezieller muss das Themengebiet ausfallen, um nicht über ein Thema wiederholt zu schreiben. Toneurythmie, Lauteurythmie, pädagogische Übungen, Eurythmie als Bühnenkunst sind übergeordnete große Themen über die es Diplomarbeiten gibt. Eurythmie in der Kunst, die Entwicklung des Tanzes, Eurythmie und Tierkreiszeichen, Eurythmie im materialistischen Zeitalter sind Spezialisierungen daraus. Ebenso wie es eine Arbeit gibt rund um den Fuß oder die Eurythmie im ersten Jahrsiebt eines Kindes. Über den Christusimpuls in der Eurythmie wurde zum Beispiel auch geschrieben. Heileurythmie wäre auch ein großes Thema allerdings auch eine erweiterte Ausbildung für sich. Eurythmie und Esoterik interessiert mich sehr und ich werde eine Arbeit in diesem Bereich verfassen. Noch mag ich nicht allzu sehr darüber verraten, da ich noch am Konzept bastele und noch keine Absegnung vom Schuldirektor dazu habe. Das vierte Jahr ist so umfangreich und es ist noch so viel praktische Übungen zu überwinden, Projekte zu auszugestalten und bearbeiten, dass ihm nicht lieb ist, wenn ich mich vorzeitig mit dem theoretischen Teil des Abschlusses beschäftige. Und doch ist das erste Trimester des Vierten Jahres schon um…

Begriffe

Eurythmiebegriffe

Ich möchte hier ein paar Ausdrücke nennen und beschreiben, die zwar bekannt sind aber in der Eurythmie für bestimmte Art und Weisen genutzt werden. So wie es in anderen Sportarten, der Musik, dem Tanz und Ballett Worte gibt mit bestimmter Bedeutung. So eine Art Fachsprache für jeden Bereich, und es gibt auch in der Eurythmie Begriffe für Körperwendungen, Übungen, Formen und so weiter. Manches auch aus anderen Sprachen entleiht, wie Etüde für Übung. Ich versuche dabei alles aufzuschreiben was mir einfällt, in Bezug auf die eurythmische Bühnenkunst und als Unterrichtsfach. Es gäbe dabei noch viele Ergänzungen und Erläuterungen, die in den Fachbüchern dazu zu finden sind. Wie zum Beispiel im Lauteurythmiekurs von Rudolf Steiner oder allen Berichten der ersten Eurythmistinnen über ihre Ausbildung.

Gebärden
Eurythmie ist keine Gebärdensprache, auch wenn es heißt Waldorfschüler können ihren Namen tanzen. Dies ist als Übung entstanden und dann von der Presse etwas höhnisch ausgeschlachtet worden?! Wie beim Schreiben lernen, lernt man in der Eurythmie auch Lautgebärden für Vokale, Konsonanten, Töne und etliches mehr kennen und ausführen. Aber sie werden nicht einzeln aneinandergereiht, wie wir es auch beim Sprechen nicht tun würden, denn sonst wären wir ständig am Stottern. In späteren Eurythmiedarstellungen geht es dann um ganze Satzgebärden, die in eine bestimmte Stimmung zusammenhängend und fließend einen bestimmten Text zeigen – also sichtbare Sprache werden. Zwar hat jeder Laut eine ganz bestimmte Bedeutung und Charakter, die Rudolf Steiner in verschiedenen Vorträgen beschreibt im Zusammenhang zur Entstehung von Sprachen.

Formen
Hiermit sind keine materiellen Formen gemeint, wie Backformen aus Blech oder Skulpturen und sind nur als Hilfsmittel bildhaft auf Tafel oder Papier festgehalten. Sie dienen nicht nur der Raumorientierung, sondern auch als Darstellungsform für Musik oder Sprache, ich zeige damit einen bestimmten Ausdruck an, ob ich Geraden, Schlaufen, Achten, Wellen oder Spiralen laufe. Der Schüler oder Eurythmist hat nur in der ersten Lernphase die Form „als Papier in der Hand“ oder auf der Tafel und dann „im Kopf“ weil man sie nach dem Gedächtnis läuft. Zuerst wird die Form gelernt und dann kommen die Gebärden dazu.
Spezielle Formen gibt es für die pädagogischen Übungen, die sich zum Teil aus mathematischen geometrischen Formen zusammensetzen, Dreiecks, Viereckverschiebungen, bis hin zur Sechseckverschiebung, Friedenstanz und Energietanz mit Dreiecken um nur einige zu nennen.

Die Fünf Kreisverwandlungen
Die sind Übungen für Reigenformen und bestehen aus verschiedenen Wellen bis Schlaufen, die Gruppe im Kreis bewegt sich gemeinsam wie in einem Atemstrom, sich zusammenziehen und ausdehnen. Im Einklang sieht dies sehr schön aus wie bei allen Reigen Tanzformationen. Bei der ersten Kreisverwandlung liegt die Betonung im Bogen oder Welle außen, obgleich sich eine Innenwelle- oder Bogen anschließt, bei der zweiten Kreisverwandlung sind die Welle nach innen und nach außen gleich groß und gewichtig, so erweitert es sich in den anschließenden Kreisverwandlungen. Für Sprache und Musik kommt es hierbei auf die betonten Längen und Kürzen an.
Körperhaltung bzw. Blickrichtung

Frontal
Der Eurythmist schaut immer nach vorn zum Publikum in der Bühnenkunst, der Schüler schaut zum Lehrer und zwar ist die ganze Zeit mit dem Gesicht und Vorderansicht des Körpers dorthin gerichtet während er eine Form läuft. In der Mittelstufe erst wird mit dem Schüler so gearbeitet, da dann die Konfrontation mit der Welt und den Anderen entsteht, die Schüler erleben sich selbst als eigenständig, vorher noch als eins mit den Anderen. Die Schwierigkeit darin besteht dann, dass es sich dann ergibt seitwärts und rückwärts laufen zu müssen.

Zentriert
Gerade bei Kreisübungen in der Gruppe in sogenannten Reigen ist dies zunächst die einfache Variante, da sich alle dabei ansehen können und zu keiner Zeit abwenden. Für die Kleinen Kinder wird diese Variante häufig genutzt und gut geeignet, zur Nachahmung der Gebärden zur Begleitung von Märchen und Geschichten.

Der Nase nach
Man folgt der Form wie anhand eines roten Fadens der sich durchzieht, den Blick immer auf den Weg gerichtet. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass der Blick oder Kopf gesenkt wird! Wie bei jeder darstellenden Kunst ist es am Schönsten und Strahlendsten wenn hochaufgerichtet, der Kopf gehoben und geradeaus gerichtet ist. Es sei denn, es soll eine traurige oder nachdenkliche Stimmung erzeugt werden.

Innenführung/ Außenführung
So wie beim Motorradfahren, wenn sich der Fahrer in die Kurve legt, das ist Außenführung. Innenführung wenn er sich dagegen lehnt?! So verkleinere oder vergrößere ich eine Form optisch.

Lemniskate = eine Acht

Einwickelnde / Auswickelnde Spirale für einen Ausdruck für Frage und Antwort. Ich kreise dabei einen bestimmten Punkt oder Person ein und gehe immer näher heran, als wenn die Katze um den heißen Brei schleicht.

Übungen

Ballen und Spreizen
Dies ist ein Prinzip der Atmung, sich zusammenziehen und wieder ausdehnen, eng im Kreis beieinander stehen und dann auseinandergehen und den Kreis erweitern vergrößern. Ebenso in der Gestalt, sich klein machen, Arme eng am Körper und auf die Knie beim Innen und nach Außen sich ausbreiten, Arme ausstrecken in die Weite oder nach Oben und größer werden auf die Zehenspitzen.
Das Gedicht „Im Atemholen“ beschreibt dies ganz gut und wird gern für diese Übung genommen.

Das Drei-Teilige Schreiten
Heben, Tragen, Stellen. So lerne ich richtig gehen, bzw. bewusst auftreten. In der Eurythmie zwar noch spezieller und immer mit der Zehenspitze zuerst (dann abrollen), so wie kaum einer sich im Alltag fortbewegt. Aber doch um die bewusste Fußstellung beim Laufen bzw Gehen ist wichtig für Körperhaltung oder gegen Verformung von Gelenken oder zusätzlichen Ballen. Die drei Phasen haben verschiedentliche Zuordnungen, dabei geht es auch um Wollen, Fühlen und Denken. Alle drei Phasen sollten wichtig genommen werden und nicht nur eine überbetont werden. Wie viele Menschen schlurfen, oder stampfen oder tänzeln durch die Welt, weil sie den Fuß entweder nicht heben, oder zu sehr, wie ein Storch im Salat, den Fuß lange tragen als wollen sie schweben oder zu sehr auftreten und dabei wie ein wütender Stier durch die Arena stapfen.

Versmaß und Gestaltung (aus der Poetik)
Steigend und Fallend
3er und Zweier Rythmen

Anapäst (Aufsteigend) 3
Zwei Kürzen und eine Länge, zwei kurze kleine Schritt und einen Langen, sich in den Kürzen zusammenziehen ausatmen, und in der Länge sich strecken, groß werden einatmen

Der Jambus als 2er Variante dazu – kurz, lang

Daktylus (Fallend)
Mit einer Länge beginnend und zwei Kürzen anschließend, von Oben der Größe klein werden.

Der Trochäus als 2er Variante dazu lang, kurz

Der Amphibrachus ist am Harmonischten der Dreien, kurz lang kurz, kann auch zum Reigen genutzt werden oder auch zu Hüpfübungen.
Zu diesen Versmaßen können auch Stab- und Ballübungen gemacht werden, gerade wenn es um das Weitergeben geht. Übergeben und Annehmen zugleich, immer auf die Hand Schauen in die man gibt und darauf vertrauen etwas zu bekommen. Dabei wird das soziale Miteinander geübt!

soweit für heut, bald mehr, ist als Ausbildungsnotiz in Bearbeitung

Sonntag, 11. Juli 2010

Mein erstes Solo Gedicht

Rilke

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still
Du mein tief tiefes Leben
dass Du weißt, was der Wind dir will
eh noch die Birken beben.
Und wenn Dir einmal das Schweigen sprach
lass Deine Sinne besiegen
jedem Hauche gib Dich, gib nach
er wird Dich lieben und wiegen!
Und dann meine Seele
sei weit - sei weit
das Dir das Leben gelinge
und breite Dich wie ein Feierkleid über die
Sinnenden Dinge...

Seit einem Jahr eurythmisch in Bearbeitung und zum letzen Abschluss gezeigt, konnte ich immer noch nicht die Stimmung erzeugen, die in diesem hintergründigen Gedicht liegt... Ich selber war sehr wohl in dieser Stimmung, konnte aber mit den Bewegungen und in der Form die Lehrer nicht überzeugen...
auf einem guten Weg dahin sei ich, sprach der Direktor... SEUFZ

Interpretationsidee
So langsam komme ich auch dahinter, was alles in und hinter, vielleicht auch zwischen diesen Worten Rilkes steckt, aber mit meinem kantigen Körper, der durchdrungen ist mit festem - ja was eigentlich - Eigenheiten, der mich die Laute festhalten lässt, nicht gelöst genug durch die Form bringt... und was weiß ich noch?! ist noch viel viel Übung nötig

Was aber intelektuell dahinter stecken könnte:
Vor lauter Lauschen und Staunen
sei still Du mein tieftiefes Leben
Nach all den Erlebnissen, Erfahrungen, Gelerntem
komm zur Ruhe
Das Du weißt, was der Wind Dir will
Der Wind als Geistiges hinter den Dingen?
eh noch die Birken beben
bevor es sichtbar wird zu wissen, zu ahnen
Und wenn Dir einmal das Schweigen sprach
Gedanken, Ahnungen, Inspiration (Meditation?)
lass Deine Sinne besiegen
ohne die Sinne zu nutzen, wie mit Augen Sehen, mit Ohren Hören, Schmecken, Fühlen
Jedem Hauche gib Dich, gib nach
wieder Geistiges, was mich führt und sei es noch so schwach
er wird Dich lieben und wiegen
sich hingeben um sich wieder zu finden - wie es auch in den Wochensprüchen im Juni und Juli öfter heißt, vertrauensvoll einer höheren Führung/ Beistand überlassen?
Und dann meine Seele
sei weit - sei weit
und breite Dich wie ein Feierkleid
über die Sinnenden Dinge
losgelöst von der materiellen Enge, den Vorurteilen
sich öffnen, der Seele Raum geben, damit sie über den Dingen stehen kann, dem Materiellen
aber wieso wie ein Feierkleid
elegant graziös feierlich?!
was Rilke wohl selber dazu sagen würde oder was dachte er sich eigentlich dazu??

Sonntag, 18. Oktober 2009

Schreiten

Heben - Tragen - Stellen

Impuls - Gedanke - Tat

In dem Herzen webet Fühlen
In dem Haupte leuchtet Denken
In den Gliedern kraftet Wollen

Webendes Leuchten
Kraftendes Weben
Leuchtendes Kraften

das ist der Mensch!

Rudolf Steiner

Eurythmie als Menschenbildende Kraft

Eurythmie als menschenbildende Kraft
(Erfahrungen aus der pädagogischen Praxis)
von Sylvia Bardt
Verlag: „freies Geistleben“ Erscheinungsjahr 1998

Auszug aus dem Vorwort

Auch wenn man diese Aspekte des technologischen Fortschritts schätzt, stellt sich doch für viele Menschen die Frage, welches wohl die Auswirkung dieser Bewegungsverarmung auf die künftigen Generationen sein werden. Wie als Antwort auf diese Menschheitslage am Ende des Jahrhunderts übergaben an seinem Anfang Rudolf Steiner und Marie Steiner der Menschheit die Eurythmie.

Ihre Ausübung hat freilich eine Grundvoraussetzung: „Diese neue Bewegungskunst kann nur jemand ausführen, der anerkennt und in der Überzeugung lebt, dass der Mensch aus Leib, Seele und Geist besteht. „In keinem früheren Zeitalter war es wichtiger, dass der Mensch, um sein ihm angeborene Dreigliedrigkeit nicht nur begreift, sondern lebt und ausübt. Während der ganze Lehrplan der Waldorfschulpädagogik auf der Dreigliedrigkeit des Menschen in Leib, Seele und Geist aufgebaut ist, bietet die Eurythmie noch besondere Möglichkeiten durch das eigene Tun die Gesetzmäßigkeiten bis in ihre subtilsten Zusammenhänge hinein zu erleben. Besonders durch die Eurythmie als „sichtbare Sprache“ und „sichtbaren Ton“ erfährt der junge Mensch seine eigene universelle Natur, die ihn als Menschen mit allen anderen Menschen und mit dem Geist der Gesamtmenschheit verbindet.

Einführung in das Wesen der Eurythmie
Die Bewegung
Der Erwachsene muss diese Geschmeidigkeit erst wieder in sich selbst entwickeln, indem er die Bewegungen der Natur in sich sucht und sie dann formend, gestaltend ergreift.

Auch Sprache und Musik leben aus dem Element der Bewegung; sie ertönen im Menschen und um ihn, sie sind Bewegung schaffende Kräfte. Rudolf Steiner hat diesen Zusammenklang von Innen- und Außenbewegung in den folgenden Sinnspruch gebracht:

Suche im eignen Wesen;
Und du findest die Welt;
Suche im Weltenwalten:
Und du findest dich selbst,
Merke den Pendelschlag
Zwischen Selbst und Welt:
Und dir offenbaret sich
Menschen – Welten – Wesen
Welten – Menschen – Wesen

Die Eurythmie entstand als sichtbare Sprache, als sichtbarer Gesang. Rudolf Steiner knüpft mit der Eurythmie an keine bestehende Tanzrichtung an. Als ein Ursprung der Eurythmie kann der griechische Tempeltanz gelten, von dem man heute jedoch nur wenig weiß. Eine andere Quelle sind die menschliche Sprache und der Gesang.

Den Zusammenhang von Sprache und Eurythmie beschreibt Rudolf Steiner folgender maßen:
„Wenn wir das Wort formen, so pressen wir die Luft in einer gewissen Gebärde heraus. Derjenige, der sinnlich- übersinnlich anschauen kann, was sich da aus dem menschlichem Munde heraus formt, sieht in der Luft die Gebärden, die da gemacht werden, das sind die Worte. Bildet man sie nach, bekommt man die Eurythmie, die ebenso eine ausdrucksvolle sichtbare Gebärde ist, wie die Luftgebärde im Sprechen eine unsichtbare Gebärde ist, in die der Gedanke hineinkommt, Wellen zieht in der Gebärde und dadurch das Ganze gehört werden kann. Die Eurythmie ist die Umsetzung der Luftgebärde in sichtbare Gliedgebärde, ausdrucksvolle Gebärde.

Die Krimitanten

Eine lustige und spannende Buchreihe aus der Feder von Lydia Dubielzig mit eigener Facebookseite. Hier auf diesem Blog sind Leseproben zu finden unter dem Menüpunkt: Krimi ! Hannover Kuzrkrimis: Mit den Krimitanten durch das Jahr und der Debütroman: Die Krimitanten bei Amazon als E-Book und gedruckte Fassung Außerdem gibt es Kurzfilme und Hörproben bei Youtube!

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Wilhelm Busch

So sind die Gedanken. Sie laufen lustig voraus wie Hündchen. Ich habe zwei. Eins heißt Wer weiß, das andere Kann sein.

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